22.05.2019 - Rechtspolitische Veranstaltung: Roland Freisler und der Volksgerichtshof (1934-1945) - Terror durch "Recht"

Der Kölner Anwaltverein e.V. (KAV) lädt ein zur rechtspolitischen Veranstaltung am 22. Mai 2019 in das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23 - 25, 50667 Köln.

 

Das Programm

  • 17.15 Uhr            Einlass
  • 17:30 Uhr            Führung durch die Sonderausstellung; Referent: Herr Oliver Meißner
  • 19:00 Uhr            Roland Freisler und der Volksgerichtshof; Referent: Herr Thomas Clausen
  • 20:00 Uhr            Meinungsaustausch bei Häppchen und Getränken
  • 22:00 Uhr            Ende der Veranstaltung

Führung durch die Sonderausstellung:

Der Volksgerichtshof wurde 1934 von den Nationalsozialisten zur „Bekämpfung von Staatsfeinden“ geschaffen. Bis Kriegsende mussten sich mehr als 16.700 Menschen vor diesem neuen obersten „politischen Gericht“ verantworten, das ab 1942 jeden zweiten Angeklagten zum Tode verurteilte. Die Ausstellung informiert über die Entstehung und Organisation des Gerichts, beleuchtet am Beispiel von Einzelschicksalen seine Urteilspraxis und informiert über den Umgang mit dem ehemaligen Gerichtspersonal nach 1945.

Wir freuen uns sehr, dass Herr Oliver Meißner als ausgewiesener Experte im Thema angeboten hat, uns durch die Sonderausstellung zu führen. Die Führung wird ca. 70 - 75 Minuten in Anspruch nehmen, hiernach besteht die Möglichkeit zur persönlichen weiteren Betrachtung der Ausstellung.

Vortrag von Herrn Thomas Clausen:

Roland Freisler war der berüchtigtste Jurist der NS-Diktatur. Zwischen August 1942 bis zu seinem Tod im Februar 1945 war er als Präsident des „Volksgerichtshofes“ für mehr als 2.600 Todesurteile verantwortlich. Als „politisches Gericht“ hatte der Volksgerichtshof jede Form von Widerstand mit größter Härte zu bestrafen. Dennoch versuchte das NS-Regime, den Eindruck einer formaljuristischen „Normalität“ aufrechtzuerhalten, um eine zwar harte, aber gerechte Justiz vorzutäuschen. Spätestens in den Prozessen gegen die „Verschwörer“ des 20. Juli 1944 zeigte sich die Willkür der NS-Justiz, indem Freisler die Angeklagten anbrüllte, demütigte und schließlich im Plötzenseer Gefängnis erhängen ließ. Freisler, bereits in der Weimarer Republik als Anwalt und Politiker für die NSDAP aktiv und ab 1933 als Staatssekretär im Justizministerium tätig, prägte die NS-Umgestaltung des Rechtswesens in wesentlichen Zügen. Der Vortrag zeichnet Freislers Lebensweg nach und beleuchtet mithilfe neuer Forschungsergebnisse seine Rolle im NS-Justizapparat und am Volksgerichtshof. Auch die Bedeutung Freislers in vergangenheitspolitischen Diskussionen nach 1945, wird dargestellt.

Wir freuen uns sehr, dass Herr Thomas Clausen uns an seinen Forschungsergebnissen teilnehmen lässt. Er promoviert über Roland Freisler an der Universität von Cambridge bei Christopher Clark. Zurzeit ist er JEV-Stipendiat am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main.

Zu dieser Veranstaltung und einem anschließenden Umtrunk, bei dem es Gelegenheit gibt, die gewonnenen Eindrücke zu diskutieren, lädt der KAV herzlich ein.

Für die kostenfreie Teilnahme ist eine Anmeldung bis zum 15. Mai 2019 per E-Mail an: wolf@koelner-anwaltverein.de oder online, unter den folgenden Links:

>> Zur Anmeldung inkl. Führung

>> Zur Anmeldung ohne Führung

erforderlich.

Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl bei der Führung durch die Sonderausstellung aufgrund der räumlichen Kapazitäten streng limitiert ist. Eine frühe Buchung lohnt sich. Sollten Sie  nach Erhalt unserer Bestätigung doch nicht teilnehmen können, bitten wir um entsprechende Absage, damit weitere Interessierte nachrücken können.

Eine Rechtspolitische Veranstaltung Ihres Kölner Anwaltverein e.V.                 

Kölner Anwaltverein e.V.
Reichenspergerplatz 1
50670 Köln

T. 0221 285602 0
F. 0221 285502 21
E. info@koelner-anwaltverein.de